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1. Meine Entwicklung zur literarischen Kunst
2. Drei Gedichte zum "reinschnuppern"
3. Erste Textobjekte mit direktem Bezug auf selbstverfasste Gedichte
Meine Entwicklung zur literarischen Kunst
Seit mehreren Jahren setze
ich mich als bildender Künstler in einer sehr eigenwilligen Art
und Weise mit
literarischen Texten künstlerisch auseinander. Meine Textobjekte aus Acrylglas,
Sie finden sie unter dem entsprechenden Begriff hier auf meiner Webseite, sind in
Europa einmalig und haben auch schon auf internationalen Messen viel
Aufmerksamkeit erzielt.
Bisher habe ich mich jedoch
bei meinen Arbeiten ausschließlich auf bekannte Literaten gestützt. Johann
Wolfgang von Goethe, William Shakespeare, Friedrich List oder auch Adolf
Kolping sind nur ein paar wenige Geistesgrößen, die ich in meiner
künstlerischen Arbeit zitiert habe.
Angeregt durch meine Fahrradreise 2000 Kilometer entlang der Donau im Jahre 2009, bei der erstmals eigene Gedichte
und Essays entstanden waren, habe ich für mich die Kunst des Schreibens entdeckt. Auf diesem Wege hat die selbstverfasste Litertur Einzug in meine bildnerische Arbeit gefunden. Es schließt sich somit für
mich der Kreis zu einer gesamtkünstlerischen Arbeit.
Die Mitgliedschaft im Ulmer Autorenkreis und die regelmäßige Teilnahme an Lesungen begleiten mich von nun an.
Ein 80-seitiger Gedichtband mit dem Titel "Die Zeit vielleicht" ist ein erstes Zeugnis meiner literarischen Zukunft.
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Mit den herzlichsten Grüßen Ihr Dietmar H. Herzog, UIm,
8.11.2010
Drei Gedichte zum "reinschnuppern"
Sturmwind!
Mach aus den Wintergärten
Balkone
Und öffne die Türen durchs
ganze Haus
Presse frischen Wind hinein
Wende das Blatt zum Besseren
Strauchle nicht an alten
Barrikaden
Schenke ihnen ihr
wohlverdientes Grab
Fege durch das Gerippe der
Vergangenheit
Und zerstreue die letzten
Knochen
Reiße Schneisen für den
frischen Atem
Und schaffe Raum für neues
Denken
Sturmwind!
Lasse nichts Unverrückbares
zurück
Verschone nur unsere
Erinnerung
Nimm Fahrt auf, lass´ die
Würfel tanzen
Ihre Ruhe finden sie von
alleine
Lifte die grimmigen Mienen
der Alten
Und hebe die luftigen Röcke
der Mädchen
Zwinge das Feste zum Tanzen
Zeige ihnen mehr als nur Ringelreihen
Sturmwind!
Trage alles in die luftigen
Höhen
Die Blicke der Freudigen
werden dir schon folgen
„Farben des Lichts“
Blaustichig rotlos die
gefilterte Morgenstimmung
Flirrende Vielfarbigkeit
hinter geschlossenen Lidern
Gleißend Weiß zuckend der diagonale
Sekundenblitz
Elektrisierendes Grau
aufgeladen die Luft zum Atmen
Träges stumpfes Oxidgrün
dampfender Pferdenüster gleich
Schwefelgelb überlagerte
Gefühle der Mittagshitze
Zuviel Karmin zu wenig Grün
am frühen Abendhorizont
Träumendes Königsblau am
Abend der Seele eng verwandt
Als Farbe fast verweigert
das nächtliche Katzengrau
Das raumlose Schwarz der
Mitternacht dem Tode so nahe
Sage mir wann ist unsere
Zeit und welche Farbe hat sie?
„Der Kuss“
Gib mir einen
Willkommenskuss
und keinen Abschiedskuss,
Reiche mir deine Hand
mit Aussicht auf deine
Lippen,
Sieh mich an
aber nicht durch mich
hindurch,
Höre meine Worte
nur die dich liebevoll
berühren,
Achte auf meine Gesten
auf die dich Tragenden
besonders,
Atme den Duft
der alles Neue ankündigt,
Spüre die Berührung
wie einen milden Südwind,
Nimm mich mit
nicht an der Hand, im
Herzen,
Gib mir keinen Abschiedskuss
sondern einen
Willkommenskuss.
Textobjekt mit direktem Bezug auf das Gedicht: "Weg und Leben"

Frontalansicht
"Weg und Leben", Acrylglas, Lackstift, 110x80 cm, 2010
Ausschnitt

Textobjekt mit direktem Bezug auf das Gedicht: "Große Worte"

Frontalansicht
"Große Worte", Acrylglas, Lackstift, Ölfarbe, Lacke, 110x80 cm, 2010
Ausschnitt

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