Publikationen

Königin Donau und ihre Kinder -Eine Erzählung-

21x15 cm, 196 Seiten, Softcover, 15,90 Euro, nexx-Verlag, ISBN 978-3-95870-664-4

 

"Endlich wird die Donau einmal als Königin angesprochen! Nur weil unsere naive Vorstellung von Königtum etwas Statisches hat, ist der Fluss nie als Majestät angesprochen worden.

Gewiss, es gab Flussgötter, die den Lauf des Wassers begleitet haben, aber eine Königin fehlte, die über den vielen Königen steht, die am Wasser ihre Residenzen gebaut haben. Folgen wir also den fluiden Gesetzen der Königin Donau durch ihr bewegliches Reich."

Klappentext von Michael Krüger, Präsident Bayrische Akademie der Schönen Künste

 

Die Erzählung um die Königin Donau und ihre Kinder ist im süddeutschen Raum zwischen dem Schwarzwald und Passau verortet. Sie orientiert sich an vielen geografischen und geologischen, aber auch an technischen und ökologischen Gegebenheiten und ist aus der Liebe zur Natur und der Sehnsucht eine eigene Geschichte zu haben, entstanden.

Zwölf Illustrationen begleiten den Text.

Die großen Ströme unserer Zeit haben ihre eigene Geschichte.

Meist ist sie sehr lebendig und fröhlich, doch oft tritt sie auch düster und bedrohlich auf. In allen diesen Geschichten, seien es Sagen oder Märchen, spielt das Lokalkolorit eine wesentliche Rolle. So erfahren die Flüsse durch die Einbeziehung der Eigenheiten von Menschen und Tieren und die Besonderheiten der Natur eine individuelle Färbung.

 

Eine kleine Textprobe:

 

… Der Regen trat zunächst ganz bescheiden auf und steckte wortlos der Donau seine Hände zum Gruße hin. Als er sie öffnete, ging ein lautes Raunen durch die Runde.

„Gold!“, riefen alle. „Gold, woher hat er das?“, tuschelten die Umstehenden. Kaum einer wusste, dass im Oberlauf der Regen, bei Cham, vor vielen hundert Jahren schon die Menschen Gold gefunden hatten. Doch es war so wenig und so aufwändig zu schürfen, dass sie die Metallgewinnung bald wieder eingestellt hatten. Der Regen als ein über Hundert Kilometer langer Fluss hatte da ganz andere Möglichkeiten. Er spülte, reinigte, sortierte und transportierte Gestein aller Art in seiner Flusssohle. Da blieb es nicht aus, dass ab und zu auch winzige Goldfäden hängen blieben. Diese feinen Fäden hatte er über viele Jahrhunderte gesammelt und zu einer drei Zentimeter dicken Kugel aus purem Gold verklumpt. Dieses großartige Geschenk übereichte er der Donau als Beweis seiner großen Zuneigung zu ihr.

Alle Anwesenden waren wie berauscht. Die Sonne war fast untergegangen. Ihre letzten Strahlen umhüllten die goldene Kugel mit einem Strahlenglanz, ähnlich der kreisförmigen Umlaufbahn des Saturns. Eine gewaltige Kraft ging von diesem flirrenden, glimmenden Lichtkranz aus, der die Oberfläche der Goldkugel zum Glühen zu bringen schien. Winzige Lichtblitze irrten in wahnwitziger Geschwindigkeit um die Kugel und schlugen pausenlos hell gleißend in sie ein, bevor sie zu versprühen schienen.

 


Stadt – Land – Fluss

27x23 cm, 242 Seiten, Softcover 21,80 Euro, ISBN 978-3-00-064998-1

 

Schon der Klappentext gibt Aufschluss über die Motivation zu diesem Buch:

Der Bildband beschreibt den süddeutschen Raum vom Schwarzwald bis Passau und von Rothenburg o. d. Tauber im Norden bis zur Landesgrenze Deutschland/Österreich im Süden. Er ist ein großes, zusammenhängendes, flächiges Gebiet, das durch die Donau und eine große Anzahl von Flüssen, die der Donau für ihre lange Reise ihr Wasser schenken, maßgeblich mitgeprägt wird.

 

Den 26 längsten Donauzuflüssen innerhalb Deutschlands folgt dieses Buch und macht an geografischen, geologischen, kulturellen und politischen Besonderheiten entlang dieser Flüsse immer wieder Halt.

Dieser Bildband, ist aus der Liebe zur Natur, insbesondere zum Wasser und aus der Verbundenheit des Autors zur Donau und ihrem Flusssystem entstanden.

 

 

"Das langsam fließende Wasser der Donau ist immer noch viel schneller als der den Fluss begleitende Künstler Dietmar Herzog. Er lässt sich Zeit, er schaut und notiert, hält inne - wie es sich eigentlich gehört.

Künstler verlangsamen die Zeit, damit sie nicht - wie der Fluss - blind ihrem Ende entgegenstürzt." 

Klappentext von Michael Krüger, Präsident Bayrische Akademie der Schönen Künste


Textobjekte, Lichtobjekte

Dieses, im Jahr 2017 entstandene Buch dokumentiert meine wichtigsten Arbeiten im Bereich der Lichtobjekte, Textobjekte und der Malerei.

21x29 cm,105 Seiten, 13,90 Euro

 

"Dietmar Herzogs Werke der letzten Jahre haben zweifellos eine Verdichtung der Thematik wie der Ausführung erfahren, die zu einem komplexen Ganzen führen. Sprache und Bild treten in ihrer Polarität in all diesen Werken des Künstlers in eine tiefe, vertiefende und zugleich gegenseitig erhellende Korrespondenz ein, die zu Entdeckungsreisen in vielschichtige Wahrnehmungswelten einlädt.

Und diese Schönheit der Sprache, wohlgesetzt, wie auch die unmittelbare Schönheit der Bilder, so man sie jeweils von ihrer inhaltlichen Bedeutung löst, scheint in Dietmar Herzogs Werken durch.

Diese Macht der Sprache, ihre bedrohliche wie auch entlarvende Seite (...) thematisiert Dietmar Herzog in verschiedensten Texten. Diese zerlegt er – wie in nahezu allen seinen derartigen Werken – bildhaft in Buchstabenbruchstücke, welche er auf verschiedene Bildebenen, Folien oder Acrylglasscheiben schreibt und hinter bzw. –übereinander schichtet. Diese Form der Anordnung macht es unmöglich, den Text auf einen Blick zu erfassen. Es erfordert Anstrengung, durch eigene Bewegung, durch den Wechsel des Standortes und der eigenen Haltung Inhalte zu erschließen, der auf den ersten Blick wirren grafischen Anordnung einen Sinn zu entlocken. Dieser eingeforderte Perspektivwechsel ist unabdingbar, um zum Verstehen dessen zu gelangen, was Dietmar Herzog in seinen Werken transportiert, und dies mit dem eigenen Wissen um die Sache zu verbinden."

Aus dem Vorwort von Otto Pannewitz, ehemaliger Leiter der Galerie Sindelfingen 


Eine literarische Reise entlang der Donau

Der Bildband ist 2014 im Klemm+Oelschläger Verlag erschienen.

27x23 cm, 171 Seiten, Hardcover, 24,80 Euro, ISBN 978-3-86281-012-3

 

Der opulente Bildband erzählt von meiner Reise mit dem Fahrrad entlang der Donau von Donaueschingen über Ulm, Regensburg, Passau, Linz, Wien, Bratislava, Budapest, Vukovar, Novi Sad, bis nach Drobeta-Turnu Severin am Eisernen Tor.

Auf dieser Reise entstanden mehr als 80 Gedichte und kurze Prosatexte und über 700 Fotografien.

 

Über 50 Gedichte und 20 Prosatexte wechseln sich mit teils großformatigen Fotografien ab. Zehnteilige Panoramafotografien und Überblendungen verleihen dem Bildband einen reizvollen künstlerischen Ansatz. Michael Krüger, ehemals Leiter des Hanser Verlags, und die beiden Oberbürgermeister der Städte Ulm und Neu-Ulm sowie Peter Langer, Direktor der Europäischen Donau-Akademie, begleiten durch ihre Beiträge dieses Buch.

 

Zwei Kostproben:

Großes Orchester

Kaum hörbar ein listiges Gurgeln unterhalb des spärlichen Zulaufs eines unbekannten Rinnsals. Ich lausche einem leisen Gurren wie von Tauben und vermute, dass darunter kleine Strudel sind. Ein Plätschern in Zeitlupe, Fliegenfischer am seichten Ufer, nur tote Äste spielen Micado. Ein helles Knistern wie beim Auspacken von Konfekt zwischen den Kieseln am flachen Ufer.

Spiel mir das Lied vom Wasser, denke ich und versuche noch genauer hinzuhören.

Das stumpfe Klatschen an einer steilen Bootswand beruhigt wieder meine Sinne.

Tonlos still ruht hier das Wasser in tiefem blauem Frieden am grün bewachsenen Ufer.

Ein unruhiges Raunen und Brummen liegt in der Luft, schon früh kündigt sich das Wehr an. Mächtiges Rauschen dort, wo das Wasser über den Scheitel der Betonwand bricht.

Ein großes Orchester, ich hoffe alle Töne bleiben mir im Ohr, im Kopf, im Herzen.

 

Nichts ist mehr, wie es war

Eine leere Weißbierflasche verfängt sich in einem Schwarzwaldhut, kommt ins Trudeln und schlägt gegen eine Balkonbrüstung.

Ein vergilbter Innenstadtplan windet sich um eine Laterne, reißt sich los, bläht sich auf und bleibt in einer zerzausten Baumkrone hängen.

Ranzige Buttercreme tropft durch den Biskuitboden einer Esterházy-Torte und bildet Fettaugen auf der schlammbraunen Wasserkrone.

Kurzbeinige rot-weiße Straßensperren, schon lange unter Wasser, sperren Straßen, die es nicht mehr gibt, für Autos, die nie mehr fahren werden.

Eine Portion Germknödel hat längst Puderzucker und Mohn verloren, schwimmt einsam durch die Gassen, saugt sich voll und sinkt wie Steine.

Ein fest vertautes Schlauchboot mit Außenbordmotor tänzelt vergnügt an einem Ladenschild aus Messing >Drexlerschuhe – immer gut zu ihrem Fuß<.

Ein bunter Regenschirm, zerzaust, mit gebrochenen Rippen, stochert in einer schwimmenden Holzkiste mit leeren Slibowitz- und Wodkaflaschen.

Parkende Fahrzeuge stoßen im Rhythmus der ankommenden Wellen wie Billardkugeln vor und zurück, ohne aus der Reihe zu tanzen.

Ein bedruckter Karton >Agnes Bernauer Torte< wellenreitet gelassen in provozierende Langsamkeit über die deutsch- österreichische Grenze.

Nackte Sauerkrautreste bewegen sich wie mit Tentakeln in Zeitlupe auf der Wasseroberfläche und krallen sich fest an einer überdehnten Wäscheleine.

Flatternde Wäsche an Wäscheleinen, stolz wie die Segel einer Karavelle, wird von einem knatternden Motorboot voller Sandsäcke fortgerissen.

Menschen im zweiten Stock rufen sich aufmunternd zu und die wiederbelebte Nachbarschaftsliebe beklagt, dass nur Hunde schwimmen können, Katzen leider nicht.

Nichts ist mehr dort, wo es vorher war, doch wir haben uns damit abgefunden, dass wir uns damit abfinden müssen.

Und danach: Alle Spuren unserer Versäumnisse sind schnell beseitigt. Vielleicht noch ein paar gute Vorsätze hinterher?

Spätestens nach dem ersten Wenn folgt das Aber und wir gehen unserem üblichen Tagwerk wieder nach.


Die Zeit vielleicht - Gedichte 2009 - 2010

Dieser Gedichtband ist 2011 im

Gerhard Hess Verlag erschienen. 

21x15 cm, 82 Seiten, 13,80 Euro,

ISBN 978-3-87336-374-8

 

Er ist ein erstes Zeugnis meiner

literarischen Zukunft!

 


Drei Gedichte zum "Reinschnuppern"

"Sturmwind!"

 

Mach aus den Wintergärten Balkone

Und öffne die Türen durchs ganze Haus

 

Presse frischen Wind hinein

Wende das Blatt zum Besseren

 

Strauchle nicht an alten Barrikaden

Schenke ihnen ihr wohlverdientes Grab

 

Fege durch das Gerippe der Vergangenheit

Und zerstreue die letzten Knochen

 

Reiße Schneisen für den frischen Atem

Und schaffe Raum für neues Denken

 

Sturmwind!

Lasse nichts Unverrückbares zurück

Verschone nur unsere Erinnerung

 

Nimm Fahrt auf, lass´ die Würfel tanzen

Ihre Ruhe finden sie von alleine

 

Lifte die grimmigen Mienen der Alten

Und hebe die luftigen Röcke der Mädchen

 

Zwinge das Feste zum Tanzen

Zeige ihnen mehr als nur Ringelreihen

 

Sturmwind!

Trage alles in die luftigen Höhen

Die Blicke der Freudigen werden dir schon folgen

 

„Farben des Lichts“

 

Blaustichig rotlos die gefilterte Morgenstimmung

Flirrende Vielfarbigkeit hinter geschlossenen Lidern

 

Gleißend Weiß zuckend der diagonale Sekundenblitz

Elektrisierendes Grau aufgeladen die Luft  zum Atmen

 

Träges stumpfes Oxidgrün dampfender Pferdenüster gleich

Schwefelgelb überlagerte Gefühle der Mittagshitze

 

Zuviel Karmin zu wenig Grün am frühen Abendhorizont

Träumendes Königsblau am Abend der Seele eng verwandt

 

Als Farbe fast verweigert das nächtliche Katzengrau

Das raumlose Schwarz der Mitternacht dem Tode so nahe

 

Sage mir wann ist unsere Zeit und welche Farbe hat sie?

 

„Der Kuss“

 

Gib mir einen Willkommenskuss

und keinen Abschiedskuss,

 

Reiche mir deine Hand

mit Aussicht auf deine Lippen,

 

Sieh mich an

aber nicht durch mich hindurch,

 

Höre meine Worte

nur die dich liebevoll berühren,

 

Achte auf meine Gesten

auf die dich Tragenden besonders,

 

Atme den Duft

der alles Neue ankündigt,

 

Spüre die Berührung

wie einen milden Südwind,

 

Nimm mich mit

nicht an der Hand, im Herzen,

 

Gib mir keinen Abschiedskuss

sondern einen Willkommenskuss.

 



Die Installationen

Dieses im Jahr 2010 entstandene Buch dokumentiert meine wichtigsten Installationen im öffentlichen Raum zwischen den Jahren 1996 und 2010.

21x29 cm, 104 Seiten, 13,90 Euro

 

„Jemand der spricht, leistet die gleiche Arbeit wie ein Bildhauer“, sagt der Künstler. Sprache ist ein gewachsenes und immer weiter sich veränderndes System, das die Individualität des Sprechenden und des Hörenden in sich trägt; sie ist eine sich bewegende Skulptur. Dem belebten Wort entspricht die Installation als das belebte Objekt in dem künstlerischen Denken Dietmar H. Herzogs.

Die Installationen suchen den öffentlichen Raum auf, um ein Gespräch zu führen. So wird eine Frage zum Tor im Foyer des Ulmer Museums 2005: „Was ist ein Dichter?“ Die Hommage an Kierkegaard ist der Eintritt in des Dichters Herz: „Ein unglücklicher Mensch dessen Lippen so geformt sind dass sich sein Seufzen und Schreien in schöne Musik verwandelt“.

Und was ist Sprache? Ihr Verlust macht ihr Wesen offenbar. Das Schweigen nach dem Grauen des Holocausts verlangte die Schaffung eines neuen Raumes, in dem sie wieder neu erstehen kann.

Dietmar H. Herzogs künstlerische Arbeit zeigt sich als stetig hinterfragtes und sich immer bewegendes Resultat. Sie ist das Konstrukt aus Idee, Kraft und Zweifel. Der Zweifel als unverzichtbare Position des Denkens, der treibende, auffahrende Mut. Die Idee in die Wirklichkeit zu begleiten und die Selbstreflexion, sind die bestimmenden Merkmale seiner künstlerischen Arbeit."

Über die Arbeiten von Dietmar H. Herzog von Dr. Marlies Obier, Siegen


you see what you know

29x21 cm, 75 Seiten, RV-Verlag, Restbestände beim Künstler

10,00 Euro

 

Im Jahr 2007 folgte ich einer Einladung in sämtlichen Räumen der Villa Merkel in Esslingen meine bildnerischen Arbeit zu präsentieren. Dies war eine Herkulesarbeit, da es sich um neun Räume und das Foyer handelte. Die von mir ausgestellten Arbeiten stellten einen Querschnitt aus verschiedenen Schaffensepochen dar.